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Liebe Bürgerinnen und Bürger,
es ist schon eine ganze Weile her, als wir Sie zur Unterschriftenaktion für die DSL-Erschließung unserer Ortschaften mit einer zeitgemäßen und einer von den Providern beworbenen Übertragungsrate aufgefordert haben.
Die meisten von Ihnen sind unserem Aufruf gefolgt und haben sich in die Liste eingetragen. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken, denn unser Begehren musste durch das Interesse möglichst vieler Einwohner fundiert an den Versorgungsmonopolisten, die Deutsche Telekom AG und an den Landkreis Göttingen als Koordinator herangetragen werden.
Was ist in der Zwischenzeit passiert?
Das Ergebnis unserer Unterschriftensammlung ist, dass nahezu alle
Haushalte und Gewerbetreibenden unserer Ortschaften einen DSL-Anschluss
installieren lassen würden oder den bestehenden Vertrag in einen
Vertrag mit höherer Übertragungsrate wandeln würden, wenn die
Möglichkeit dazu bestünde.
In den Ortsteilen Landolfshausen, Falkenhagen und Potzwenden konnten
wir 148 von 225 Haushalten registrieren, die keinen DSL-Anschluss haben
oder mit der aktuellen Übertra-gungsrate unzufrieden sind.
In Mackenrode sind fast alle der 115 Haushalte an einem DSL-Anschluss interessiert.
Am 23.06.2008 hat im DGH Mackenrode ein Gespräch mit der Deutschen
Telekom AG und den Vertretern der Gemeinde Landolfshausen, der
Samtgemeinde Radolfshausen sowie den Initiatoren der Aktion "DSL für
Landolfshausen" stattgefunden.
Ergebnis dieses Gespräches war, neben der Klärung der technischen
Voraussetzungen, dass die Deutsche Telekom AG verbindliche Zahlen für
die im Fall einer Erschließung entstehenden Kostendeckungslücke liefert.
Wir erhielten die Zusage, diese Zahlen bis Anfang August zu erhalten. Eingegangen sind sie trotz Nachfrage erst am 3. September.
In diesem Gespräch, wie auch in einer Podiumsdiskussion beim Landkreis
Göttingen und in einem Referat bei einer Sitzung des Samtgemeinderates
Radolfshausen habe ich die Dringlichkeit der Erschließung erläutert.
Es ist allen Vertretern der kommunalen Verwaltungen bewusst, dass hier
nicht nur die Bedürfnisse der privaten Haushalte befriedigt werden
sollen. Der DSL-Anschluss ist auch ein hauptsächliches Kriterium für
den Wirtschaftstandort Landolfshausen, sei es für Privatunternehmer
oder Angestellte, die zu Hause arbeiten, für den gesamten
Bildungssektor, die Immobilienbranche, das Ärzte- und Rettungswesen und
auch für die Einrichtungen der Kommunen selbst.
Die Deutsche Telekom AG hat nun die Zahlen für die zu erwartenden
Kostendeckungslücken im Fall einer DSL-Erschließung für verschiedene
Erschließungsmodelle vorgelegt. Über die Höhe der tatsächlich zu
finanzierenden Kosten kann ich allerdings heute keine Aussage treffen
-und ich bitte das zu respektieren-, da auf Grundlage der tatsächlichen
Gesamt-Installationskosten erst jetzt die zu erwartenden Zuschüsse aus
den bereitgestellten Finanzmitteln der EU bzw. des Landes Niedersachsen
ermittelt werden können.
Die Erschließung Landolfshausens ist für die Deutsche Telekom AG nicht rentabel!
Die Deutsche Telekom gewährt einen Nachlass auf die Erschließungskosten für jeden DSL-Neukunden. Bestehende Verträge mit Endteilnehmern, die bereits z.B. für ein DSL 2000-Paket o.ä. zahlen, aber nur empfindlich geringere Übertragungsrate nutzen können, werden nicht berücksichtigt!
Die Deutsche Telekom AG ist per Gesetz dazu verpflichtet, die installierten DSL-Leitungen auch anderen Providern zur Verfügung zu stellen.
Die Anzahl der tatsächlichen DSL-Neukunden wird erst ein Jahr nach der Bereitstellung der Anschlüsse durch die Telekom ermittelt.
Das bedeutet, für Landolfshausen müsste zunächst die volle Kostendeckungslücke (abzüglich der Zuschüsse) vorfinanziert werden. Einen Nachlass für die tatsächlich mit der Telekom abgeschlossenen Verträge bekäme der Investor erst nach einem Jahr erstattet. Die Telekom „spielt“ hier mit einer vorbehaltlosen Kundenbindung!
Ohne hier konkrete Zahlen zu benennen, ist klar, dass die Gemeinde Landolfshausen mit dem zur Verfügung stehenden Etat nicht in der Lage sein wird, diese Erschließung allein zu finanzieren. Daher muss über alternative Finanzierungsmodelle, eventuell auch über private Investitionen, beraten werden.
Der Investor darf die Endkunden nicht zum Abschluss eines Vertrages mit dem Provider „Deutsche Telekom AG“ verpflichten oder im Fall eines Vertragsabschlusses mit einem anderen Provider zur Übernahme des entgangenen Nachlasses auffordern. Dieser Sachverhalt führt aber zu einem unzumutbaren Risiko. Hier geht es um einen Betrag im oberen Bereich einer fünfstelligen Summe!
Auf unsere konkrete Nachfrage bestätigte der Vertreter der DTAG, dass die DSL-Erschließung unserer Ortschaften für die Telekom nicht wirtschaftlich ist und deshalb kein kostengünstiges Finanzierungsmodell vorgelegt werden kann.
Die Deutsche Telekom AG lässt keine Verhandlungsspielräume!
Unsere Frage auf Verhandlungsspielräume in Bezug auf eine alternative Trassenführung oder einer funkbasierenden Richtfunklösung zu den einzelnen Ortschaften, wie sie bereits als Pilotprojekt von der DTAG praktiziert wird, wurde verneint.
Zusätzliches Problem: verschiedene Ortsvorwahlen
Die Orte Falkenhagen und Potzwenden sind als Teile der Gemeinde Landolfshausen telekommunikationstechnisch über die Ortsvorwahl 05508 erschlossen. Diese Tatsache stellt ein weiteres Problem. Eine DSL-Erschließung mit zeitgemäßen Übertragungsraten müsste durch die Modernisierung der entsprechenden Netze in der Gemeinde Gleichen erfolgen. Das würde weitere Kosten für die Umrüstung der Verteiler und die Verlegung eines Glasfaserkabels nach Falkenhagen und Potzwenden aus Rittmarshausen (die Auslastung der bestehenden Verbindung Rittmarshausen –> Sattenhausen ist bereits jetzt an der oberen Grenze angelangt) verursachen. Diese Kosten wären ebenfalls vom Investor zu finanzieren.
Auch auf Grund dieser Benachteiligung gegenüber anderen Gemeinden mit nur einem Ortsteil gewährt die Telekom keinen Rabatt.
Das Bemühen der Gemeine Landolfshausen ist es, den Haushalte aller zugehörigen Ort-schaften den Zugang zu einem leistungsfähigen DSL-Anschluss zu ermöglichen. Dazu werden verschiedene Optionen geprüft und kalkuliert.
Informationen des Landkreises Göttingen
Der Landkreis Göttingen lädt auf Grund ständiger Anfragen der betroffenen Gemeinden mittlerweile zu regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiter und Beauftragten der Gemeindeverwaltungen ein und tritt als Koordinator zwischen den Gemein-den, Versorgungsunternehmen und dem Breitband-Kompetenzzentrum auf.
Bei der letzten Veranstaltung am 25.09.2008 wurde das Breitband-Kompetenzzentrum Niedersachsen aus Osterholz-Scharmbeck vorgestellt, welches gegründet wurde, um den tatsächlich vorhandenen Ausbau in den Gemeinden zu ermitteln, Missstände beim flächendeckenden DSL-Zugang aufzudecken, spezielle Lösungen zu erarbeiten und die Gemeinden bei den Verhandlungen mit den Providern aktiv zu unterstützen.
Es wird eine Karte für Niedersachsen erstellt, die die tatsächlich verfügbaren Übertragungs-raten und „Problemzonen“ erfasst. Ein Artikel der „Niedersächsischen Gemeinde“, dem Presseorgan des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes stellt klar, dass eine doppelte ISDN-Geschwindigkeit nicht als DSL-Anschluss wertbar ist, was aber in der bislang veröffentlichten Statistik -und auch im Bundes-Breitbandatlas- als Grundlage verwendet wurde.
Unser Landrat, Herr Schermann, hat das nach seiner eigenen Aussage bei der letzten Veranstaltung nun auch erkannt. Bleibt zu hoffen, dass die nächsten „Erfolgsmitteilungen“ des Landkreises korrigiert und die Notlösungen einzelner Gemeinden (siehe Seulingen) von der Erfolgliste gestrichen werden.
Die jetzt durchgeführte Umfrage des Landkreises Göttingen wird vom Breitband-Kompe-tenzzentrum ausgewertet. Anschließend dürfen wir die professionelle Unterstützung bei der Umsetzung des Projekts erwarten, einschl. einer erfolgsorientierten Beantragung der Zuschüsse.
Ihre Initiative „DSL für Landolfshausen“, Andreas Köhler und Hendrik Seebode
Zitierte Quellen:
Breitbandatlas:
http://www.zukunft-breitband.de/BBA/Navigation/breitbandatlas.html
Breitband-Kompetenzzentrum:
http://www.breitband-niedersachsen.de/
Landkreis Göttingen:
http://www.landkreis-goettingen.de/staticsite/staticsite.php?menuid=280&topmenu=7&public=mre43tmnckb2j2t6gnhh0rpu24
Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund:
http://www.nsgb.info/magazin/artikel.php?artikel=543&type=&menuid=3&topmenu=3
DSL im Landkreis Göttingen
www.landkreis-goettingen.de/breitband
Ihre Ansprechpartner:
Andreas Köhler
Auf dem Klimpe 13
37136 Landolfshausen OT. Mackenrode
Tel.: 05507/915003
Email:
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Hendrik Seebode (stellv. Bürgermeister)
Oberdorf 34
37136 Landolfshausen
Tel.: 05507 / 870
Das komplette Dokument können Sie hier auch als .pdf Version herunterladen: dsl_fr_landolfshausen-sachstandsbericht__08_01_09
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