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Jedes Jahr in der Karnevalszeit findet in Landolfshausen der
traditionelle Gänseweibertag statt. Ein Fest, welches schon seit
Generationen begangen wird.
In diesem Jahr wurde erstmals eine eigens für diesen Tag entworfene und
genähte Fahne im Festumzug mitgeführt, welche am Vorabend des
Gänseweibertages feierlich geweiht wurde. Näheres zu diesem Fest
erläutert der folgende, nicht veröffentlichte Zeitungsartikel.
Landolfshausen Wer am vergangenen Samstag durch Landolfshausen
kam, dem ist es mit Sicherheit aufgefallen. Es war wieder soweit –
Gänseweibertag in Landolfshausen. Wie jedes Jahr, an einem Samstag im
Februar, wurde dieses traditionelle und sicherlich einmalige Fest in
Landolfshausen begangen. Ein bunter und lustiger Zug fröhlicher, junger
Landolfshäuser marschierte mit seiner Kapelle durch das Dorf, um die
konfirmierten aber unverheirateten Mädchen abzuholen. Voran der
Hauptmann, adrett in Ledermantel und Hauptmannsmütze, ausgerüstet mit
Degen und weißen Handschuhen. In diesem Jahr war es Sebastian Werder.
Ihm zur Seite die Gänseweibertagsfahne – zum ersten Mal in diesem Jahr.
Wie lange es dieses Fest schon gibt kann keiner mehr so richtig sagen.
Schon zu Großmutters Zeiten wurde es begangen. Damals ritt der
Hauptmann allerdings noch auf einem Pferd vorweg.
Aber in diesem Jahr ist erstmals die spontane Idee geboren das ganze
Fest mit einer Fahne zu bereichern. Und vielen Stunden war man kreativ
und handwerklich tätig um am Schluss eine komplett selbst erstellte
Fahne zu haben, die den Vergleich mit jeder gekauften Vereinsfahne
nicht scheuen muss. Am Freitagabend, nach der obligatorischen
Vorbesprechung und Bestimmung des Hauptmanns in der
Traditionsgaststätte Jünemann, wurde die Fahne im feierlichen Rahmen
geweiht und an die Festgemeinschaft übergeben.
Mit der Fahne ging es dann am Samstag mit dem großen Zug zu jeder
jungen Dame des Dorfes. Das Geschenk war der Ehrentanz mit dem
Hauptmann und der Preis ein Umtrunk für den Zug und die Spende einer
Wurst, die dann mit allen anderen mittags bzw. abends zum Verzehr in
der Kneipe auf dem Tisch landete.
Das Abholen von 30 - 40 Mädchen an einem einzigen Tag mit den
dazugehörigen Getränken erfordert jedes Jahr wieder einiges an
Kondition und Selbsteinschätzung aber mit den Jahren weiß jeder was ihn
erwartet, so dass das Fest nach dem Abendessen für die Meisten noch
lange nicht vorbei ist.
Den Namen hat der Gänseweibertag von den Gänseweibern. Um den Winter
auszutreiben rüsten sich, parallel zum Umzug, die frisch konfirmierten
Jungen der beiden Vorjahre mit Kittel, Hexenmaske und Weidenruten aus
um den Winter aus dem Dorf – und stellvertretend für das Dorf aus den
jüngeren Kindern auszutreiben. Eine nicht immer angenehme Erfahrung für
diese aber jeder Landolfshäuser hat das schon einmal mit gemacht und
keiner möchte selbst diese Zeit missen.
Am Sonntag traf sich der harte Kern noch mal zur Nachbesprechung und
zum Resteverzehr. Die Kraftanstrengung der letzten Tage war jedem
anzusehen und es ging eher ruhig zu, doch spätestens im März wird der
nächste Gänseweibertag wieder sehnsüchtig erwartet.
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