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"Gänseweibertag" – Tradition und Tollerei
In Landolfshausen ist gesamte Dorfjugend auf den Beinen / Historie ungewiss, doch Spaß garantiert
Der Brauch geht wohl auf den Anfang des vergangenen Jahrhunderts zurück: Doch warum der Landolfshäuser "Gänseweibertag" so heißt, oder was es mit den Gänsen und den Weiblein auf sich hat, ist nur ungenau überliefert. Macht aber nichts: Denn viel Spaß mit Musik, Tanz und Schabernack sind bei diesem Brauch garantiert.
Landolfshausen (fra). Am Sonnabend vor Rosenmontag ist in Landolfshausen immer viel los – und das schon seit schätzungsweise 100 Jahren.
Zwei Züge machen sich den Tag über durch das Dorf – zum einen die Gänseweiber (bestehend aus den zwei zuletzt konfirmierten Jungen des Dorfes) und ein Festzug. Dieser besteht aus den anderen Junggesellen.
Doch auch wenn die Anfänge des tollen Treibens im Dunklen liegen: Jeder Gänseweibertag folgt einem ausführlichen (aber nicht bierernsten) Reglement:
Angeführt von einem Hauptmann holt der Zug die unverheirateten jungen Damen von zu Hause ab – nach einem "Ehrentanz" zur Musik der Festkapelle (mit Akkordeon, Waschbrett, Bass, kleiner und großer Trommel) machen sich diese mit auf den weiteren Weg. Nicht ohne zuvor Wurst oder Eier und Käse im vergleichbaren Wert mitzugeben.
Die Würste werden von den "Wurstestangenträgern" transportiert, nicht weniger wichtig ist die Arbeit der Flaschenkorbträger, die für das leibliche Wohl der Zugteilnehmer verantwortlich zeichnen. Mittag- und Abendessen Selbige dienen als Stärkung beim gemeinsamen Mittagessen (später beim Abendessen) im Festlokal. Die Gänseweiber selbst machen sich als Hexen verkleidet und mit langen Ruten bewaffnet hinter der jüngeren Dorfjugend her, ihnen "den Winter auszutreiben", berichtet Luke Keidel (16), eines der Gänseweiber.
Viel zu tun hat auch der diesjährige, gewählte Haupmann Torben Schulze (23) – nicht nur muss er mit jedem Mädchen tanzen, ihm obliegt es auch, den närrischen Zug im Griff zu haben – denn spätestens beim dritten Pfiff auf seiner obligatorischen Pfeife geht es mit Musik und der Gänseweibertagfahne (die im vergangenen Jahr von den jungen Damen handgefertigt worden war) weiter zur nächsten Station. Unterwegs halten die Kassierer (ihnen obliegt auch das Führen des Gänseweibertagsbuches) alle Passanten an und kassiert eine Spende – meist gegen Herausgabe einer kleinen feucht-fröhlichen Leckerei.
Doch nicht nur die Landolfshäuser Jugend feiert den Gänseweibertag: Alle vier Jahre gibt es einen Senioren-Gänseweibertag. Das nächste Mal am kommenden Sonnabend.
Quelle: Göttinger Tageblatt vom 05.02.08
Korrektur: Torben Kunze (29) durch Torben Schulze (23) ersetzt.
Original: gt-bericht_gaenseweibertag_05.02.08
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